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Невицкое - Каменица Wie ein Trichter verengt sich das Tal von Uzhhorod kommend in Richtung Norden. Rechts zwischen Baumreihen fließt der Uzh, dahinter steigen bewaldete Hänge an. Links – von Straße und Bahn nicht zu sehen – liegt das Bett eines kleinen Kanals, der noch manchmal von Booten genutzt wird. Dahinter, die Höhen hinauf ziehen sich
Datscha-Siedlungen. Das Berühmteste ist die Chruschtschow-Datscha, heute ein beliebter Grillplatz.
Bald sieht man rechts voraus auf der Höhe die Ruine der Burg Newyzkyj (XIV.
Jh.) liegen. Von hier konnte man die Passstraße hervorragend überwachen. Natürlich erzählt man eine Reihe von Geschichten und Sagen über die Burg. Auch eine grausame Herrin und eine verzweifelte Jungfrau kommen darin vor.
Die Dörfer ziehen sich die Straße entlang. Auf der westlichen Talseite führen Wege hinauf zur „Plyschka“ (600 m) mit einem hohen
Fernsehmasten, dicht an der slowakischen Grenze.
Geschichtliches und Sagenhaftes von der Burg Newyzkyj Das Gebiet von Newyzke war – so belegen es Ausgrabungen - schon in der Neusteinzeit bewohnt also um etwa 4.000 v.Chr. Die erste urkundliche Erwähnung – nach Gabriel Frantitschek in seiner Geschichte des Uzhtales – erfolgte 1343. Prominenter Bewohner des Ortes war der Volksliedersammler Ivan Juhasevic (1741-1814). Über dem Ort steht die Ruine der Burg Newytzkyj (264 m), mit einer herrlichen Aussicht über das äußere Uzhtal bis nach Uzhhorod (10 km). Gebaut wurde die Anlage zur Kontrolle der Handelsstraße über den Uzhozkij Pass (852m). Sie bildete die Hauptverbindung zwischen Ost- und Süd-Ost-Europa. Einer Sage entsprechend wurde die Burg von einer slawischen Fürstin gebaut vor der Ankunft der ungarischen Volksstämme (um 896 n. Chr.). Der Name wird auch so erklärt, dass hier Bräute (nevesty) vor möglichen Entführern versteckt wurden. Eine Sage erzählt, dass die grausame Gräfin Pohanka Deva aus dem Uzhtal die Burg an der steilsten Stelle weit und breit bauen ließ. Der Kalk der Fugen zwischen den Steinen musste mit Eiweiß und Milch gelöscht werden, um ihn besonders zu härten. Selbst das genügte ihr nicht. Es musste Muttermilch genommen werden. So starben viele Kinder und eine Hungersnot brach aus. Doch die Tyrannei ging weiter. Wer sich nicht tief genug vor ihr verbeugte, wurde enthauptet, und alle Handelsniederlassungen wurden ausgeraubt. Eines Tages beschloss der junge Leibeigene Marvej aus Worotschewo, er wolle die Menschen von dieser Tyrannin befreien. Sein Herr lachte ihn aus, schlug einen Pfahl mit eiserner Spitze in die Erde und meinte: "Wenn dieses Eisen blüht, kannst du Pohanka verjagen und du wirst König von Uzhhorod." Vor ihren Augen verwandelte sich der Pfahl in einen grünen Busch. Marvej bekam von seinem Herren die Freiheit. Er zog nach Uzhhorod, wo die Adeligen sich schon lange vergeblich darum stritten, wer König werden sollte. Schließlich warfen sie auf einem großen Platz die Krone in die Luft. Sie landete auf Marvejs Kopf, und er wurde – zum Ärger aller anderen – der neue König. Das erste, was der er tat – er sammelte ein großes Heer und rekrutierte eine riesige Herde Rinder. Nachts erreichten sie die Burg Newitzkij. Auf seine Anordnung hin wurden den Kühen Glocken umgehängt und Büschel von trockenem Gras und Holz an die Hörner gebunden. Der Lärm und die brennenden Büschel um die Burg – die Kühe werden wie wild herumgerast sein – erschreckten die grausame Herrscherin dermaßen, dass sie ihr goldenes Bett und ihre Schätze in einen tiefen Brunnen warf und auf einem verzauberten Rappen entfloh. König Marvej konnte ihr auf seinem Pferd kaum folgen. Jenseits von Uzhhorod, nahe dem Fluss Latoriza in einem dichten Wald verfingen sich ihre langen Haare in den Ästen einer alten Eiche. König Marvej holte sie ein. Pohanka Deva bettelte und versuchte sein Herz zu verführen. Aber Marvej erschlug sie und verbrannte ihren Leib. Ihre Asche liegt noch heute auf einem Schubkarren, dem "Kurhant" auf dem rechten Ufer der Latoriza. Weitere Sagen berichten von einer anderen grausamen Herrscherin auf der Burg Newytzkyj. Quellen belegen, dass die Burg 1272 gebaut wurde und der Familie Omodej gehörte. Nach der Schlacht von Rozhanovce gab sie der ungarische König (Karol) Robert dem Fürsten Druget zum Lehen. Spätere Eigentümer wurden bekannt durch Raubritterei und das Prägen von Falschgeld. Es wird vermutet, dass der ungarische Fürst Rakoczi, Herr der Burg bei Mukatschewo, der im 30-jährigen Krieg die Rechte der Protestanten verteidigte, die Burg von den Drugetis eroberte. Im Zorn über seine eigenen hohen Verluste soll er sie anschließend gesprengt haben. Für Kenner des Werkes von Jules Verne ist es sicher interessant, dass ihn diese Burg inspiriert haben soll zu seinem Roman "Das geheimnisvolle Schloss in den Karpaten". Bahn (Elektritschka) nach Uzhhorod: 6.37, 16.39 Uhr von Newyzke nach Uzhhorod: 8.19, 19.14 Uhr nach Wolosjanka: 5.59, 16.33 Uhr von Newyzkenach Wolosjanka: 9.14, 17.56 Uhr |
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