Uzhhorod-Rundgang 1

 

Übersichtskarte

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УЖГОРОД 

KLEINER RUNDGANG durch die Altstadt (Teil1)

Das Zentrum Uzhhorod ist voller historischer Gebäude und alter Fassaden. Die Straßennamen können viel über die Geschichte der Stadt erzählen. Diese Führung kann nur anregen, genauer hinzuschauen, zu fragen und nachzulesen – z.B. im „Führer durch Uzhhorod“, 2001, auch wenn die Übersetzung sprachlich zu wünschen lässt und manches weglässt, was englisch noch zu lesen ist und ukrainisch 20 Seiten mehr umfasst. Beginnen wir den Rundgang an der Fußgängerbrücke auf dem Theatralna Platz: 

Links eine Bühne für unterschiedlichste Aufführungen, geradeaus das ehemalige Hotel-Restaurant „Korona“, gebaut 1908, rechts das Theater von 1920, heute ein Puppentheater. Dahinter, am Fenzyka Platz steht die ehemalige Synagoge, gebaut 1907, heute Philharmonie mit einer hervorragenden Akustik. 

Zur Woloschyna Straße führt ein Durchgang hoch. Etwas hinunter, auf der rechten Seite steht die römisch-katholische Kirche, die Mitte des 18. Jahrhunderts im Barockstil erbaut wurde. Davor unter den Linden warten oft Buchhändler hinter ihren Ständen. Schräg gegenüber gibt es eine Jugendstilfassade mit kleinen Balkons zu bewundern. 
Mehrere Bildungseinrichtungen befanden und befinden sich noch in dieser Straße. Setzt man den Weg fort nach rechts in der Woloschynstraße, fallen die ehemalige jüdische Schule und das neugotische Gebäude der Biologischen Fakultät auf. Dieses erste vierstöckige Haus in Uzhhorod war früher das Basiliuskloster. Noch ein paar Schritte in Richtung Botanischer Garten, und man fühlt sich in das alte k.u.k. Österreich-Ungarn versetzt. Wir biegen nach links hinauf in die Samkowa Straße (Schlossstraße) und treffen direkt auf das Bollwerk des alten Schlosses – älteste Teile aus dem 13. Jh.

Wasser stand früher im Graben. 

Noch vor 100 Jahren wurde der vulkanische Fels auch im Tal auf beiden Seiten vom Uzh umströmt. Die erste Besiedlung des Gebietes – sieht man von bronzezeitlichen Funden im Vorort Horjany ab, in dem heute noch die älteste Uzhhoroder Kirche, die romanische „Rotunda“ steht - wird auf diesem Hügel erfolgt sein. Über 1100 Jahre ist Uzhhorod alt. Das „Schloss“ – zunächst eine hölzerne Anlage – stand schon vor dem Durchzug der Ungarn ( 894 ) über die Karpatenpässe in die Theißebene. Die italienischen Adeligen der Familie Drugeti hatten es über 360 Jahre zum Lehen. Jetzt befindet sich ein Heimatmuseum in ihm. Es verfügt über große Sammlungen von Bronzezeitfunden, Münzen und volkstümlichen Instrumenten, wertvollen Handschriften und alten Druckwerken.

Unterhalb des Schlosses lockt das Freilichtmuseum der transkarpatischen Holzarchitektur zu einem Rundgang.

 Die einzige erhaltene Stabholzkirche

der Lemken – mit einem Pagodendach – ist zweimal umgezogen – jetzt steht sie inmitten von landwirtschaftlichen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden aus Transkarpatien. Frauen in Tracht betreuen die Häuser und stellen traditionelle Handarbeiten aus - auch zum Verkauf. (Das Museum ist an Dienstagen geschlossen.)

Die Kapitulna Straße zurück, vorbei am ehemaligen Lehrerseminar, jetzt Juristische Fakultät, erhebt sich vor uns die griechisch-katholische Kathedrale.

Dahinter das Gebäude der ehemaligen Jesuitenschule jetzt Universitätsbibliothek

 

Gebaut von den Jesuiten in der 2. Hälfte des 17. Jh. wurde die Kirche 1775 von Maria-Theresia der griechisch-katholischen Eparchie übergeben. Sie wurde daraufhin dem osteuropäischen Stil entsprechend umgebaut und ganz neu ausgestaltet. In der Zeit der Sowjetunion gehörte sie der orthodoxen Gemeinde. In der ehemaligen Jesuitenschule bzw. Bischofsresidenz (gebaut 1646) befindet sich jetzt die Universitätsbibliothek.

Weiter die Duchnowytscha Straße, dazu parallel nach einem Rechtsknick die Lutschkaja Straße abwärts oder steiler über die Schlosstreppe – immer kommt man zum ausgedehnten Korjatowytsch Platz. Obwohl sehr lang und zweigeteilt, bildet er ein Verkehrskreuz der Straßen zum Zentrum, zum Flughafen und in die Slowakei, in den östlichen Stadtteil Schachta (früher Kohlengruben), in das Uzhtal und nach Mukatschewo bzw. zum Bahnhof und südlich nach Chop. Hier treffen sich alle Microbusse und warten auf Kundschaft. Linienbusse starten in alle Himmelsrichtungen, Taxen gibt’s in großer Zahl, und hinter der Markthalle breitet sich der Markt mit seinen unzähligen Ständen aus. Hier ist Uzhhorods südliches Flair am lebendigsten. Ein Geschäftshaus im Stil des Konstruktivismus, ein modernes Bankgebäude, das kleine private Hotel "Atlant" mit einem guten Restaurant und das ehemalige jesuitische Gymnasium, jetzt die Chemische Fakultät sind sehenswerte Gebäude am Platz. Klein und unscheinbar die internationale Sprachschule LIK, in der Radiosendungen über die Ukraine in deutscher Sprache für Westeuropa produziert werden.

Westlich zweigt der Korso in die Fußgängerzone ab (der Name stammt noch von den italienischen Drugetis). Rechts verengt sich der Platz – hier befindet sich eine größere Buchhandlung - und führt in Richtung Rathaus.

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